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Nicht quadratisch, aber praktisch, gut

Der Einstieg in den Steampunk bedeutete für mich gleichzeitig den Einstieg in’s Selbernähen. Dabei sind ein paar Kreationen herausgekommen die bei Betrachtung aus heutiger Sicht schwanken zwischen:
“Meine Güte, ich hatte wirklich keine Ahnung was ich da tue! Ein Fall für den Nahtauftrenner. Vielleicht kann ich den Stoff mal für ein Probestück verwenden.”

und der Variante:

“Ich mag die Idee, aber es ist nicht so richtig gelungen. Müsste man eigentlich nochmal in hübsch machen.”

Leider habe ich keine Vorher-Bilder. Ursprünglich war vorn und hinten gleich lang.

Dieser Umhang zählt in die zweite Kategorie. Die Idee hab ich aus einer Serie, wo ein ähnlicher Mantel kurz auftauchte. Ich fand die ungewöhnliche, rechteckige Form interessant und den Halsverschluss. In der Serie war es ein zweiteiliger Messingverschluss. Ich hab das Ganze noch etwas altmodischer mit Lederband und Schnalle gestaltet.

Außerdem brauchte ich etwas gegen Regen und Kälte. Gegen Regen taugt er ganz gut, nur gegen Kälte eher mäßig. Der Wollstoff ist sehr dünn und das Futter kühlt eher, als dass es wärmt. Weiteres Problem bei der Stoffwahl: man kriegt aus der Wolle die weißen Haare unseres Katers nur ganz schwer raus. Deswegen fristete er lange sein Dasein in einer Plastiktüte, geschützt vor den Flusen. Da er allerdings auch nicht eben mal schnell zusammenzulegen ist, hab ich mir immer zweimal überlegt, ihn auszupacken und anzuziehen. Nach dem Motto: Wird schon nicht regnen, da brauch ich keinen Umhang.

Im November 2014 für die Steampunkausfahrt mit dem Hessencourrier durfte der Umhang dann doch mal aus dem Koffer. Da störte mich allerdings, wie er über die Tournüre fällt. Das hatte etwas von ner Buckligen, der der Buckel in die Knie gerutscht ist.

Bei ebenjener Hessencourrierfahrt hatte eine Freundin auch ihren Talma Wrap dabei (Truly Victorian TV500), der dafür gemacht ist über einer Tournüre getragen zu werden. Dazu hat er einerseits Rüschen, die genug Volumen erzeugen um die Tournüre zu bedecken, und andererseits einen versteckten Gürtel in der Taille, der sicherstellt dass die Rückenpartie anliegt.

An diesem Prinzip wollte ich mich für den Umbau das Rechteckmantels* orientieren. Als erstes sollte der Umhang vorne kürzer werden. Den so gewonnenen Stoff wollte ich im hinteren Teil wieder einsetzen um die Tournüre zu bedecken. Dann noch einen Gürtel annähen.

Als vorn gekürzt war, wurde der Plan nach reichlich Diskussion jedoch verworfen. Denn mit Rüschen und fest eingenähtem Gürtel könnte ich den Umhang nur über einem Tournürenkleid nutzen. Und mir stand eher der Sinn nach einer Multifunktionslösung.

Der Gürtel ist nun abnehmbar und erfüllt zwei Funktionen. Einerseits hält er den Umhang in der Taille und gleichzeitig wird die Rückenpartie gerafft. Damit fällt der Umhang etwas schöner über den Cul de Paris. Dazu ist bereits ausreichend Stoff vorhanden.
Dass vorn jetzt kurz ist, ist aber nicht schlimm. Einerseits fällt der Umhang vorn jetzt schöner. Andererseits habe ich nun Stoff für ein anderes Projekt übrig.
* in Ermangelung einer besseren Bezeichnung nenne ich den Umhang immer nur Rechteckmantel auch wenn das historisch inkorrekt ist – so um ein paar Jahrhunderte. Rechteckmäntel sind eigentlich nur rechteckige Stoffstücke, die man sich um die Schultern hängt. Ein Knopf oder ähnliches (Fibel, Knebel, Schnüre, je nach Zeit und Ort unterschiedlich) hält das Ganze auf der Brust (oder der Schulter) zusammen. Diese sehr einfachen Kleidungsstücke gehen bis in vorchristliche Jahrhunderte zurück.
Die Sachen, die ich in meiner Anfangszeit als Steampunk genäht habe, teilen sich auf zwischen:
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“Meine Güte, ich hatte wirklich keine Ahnung was ich da tue! Ein Fall für den Nahtauftrenner. Vielleicht kann ich den Stoff mal für ein Probestück verwenden.”
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oder:
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“Ich mag die Idee, aber es ist nicht so richtig gelungen. Müsste man eigentlich nochmal in hübsch machen.”
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Dieser Umhang zählt in die zweite Kategorie. Die Idee dazu kam von einem Mantel, den ich in einer Fernsehserie gesehen hab. Hintergedanke war es etwas gegen Regen und Kälte zu haben.
rechteckiger Steampunk-Umhang | www.zeitungschaerfe.de
Leider habe ich keine Vorher-Bilder. Ursprünglich war vorn und hinten gleich lang
Gegen Regen taugt er ganz gut, nur gegen Kälte eher mäßig. Außerdem kriegt man aus der Wolle die weißen Haare unseres Katers nur ganz schwer raus. Deswegen fristete er lange sein Dasein in einer Plastiktüte, geschützt vor den Flusen. Da er allerdings auch nicht eben mal schnell zusammenzulegen ist, hab ich mir immer zweimal überlegt, ihn auszupacken und anzuziehen. Wird schon nicht regnen, da brauch ich eh keinen Umhang.
Schließe des rechteckigen Steampunk-Umhangs | www.zeitungschaerfe.de
Im November 2014 für die Steampunkausfahrt mit dem Hessencourrier durfte der Umhang dann doch mal aus dem Koffer. Da störte mich allerdings, wie er über die Tournüre fällt. Das hatte etwas von ner Buckligen, der der Buckel in die Knie gerutscht ist.
Umhang mit Pokissen ist nicht so hübsch | www.zeitungschaerfe.de
Umhang mit Pokissen – sieht doof aus, oder?
Um Abhilfe zu schaffen, sollte der Umhang vorn gekürzt werden, um genug Stoff für die Tournüren-Abdeckung zu haben. Zusätzlich wird der hintere Teil mit einem Band von innen um die Taille gegürtet, damit er nicht absteht.
Als vorn kurz war, wurde der Plan nach reichlich Diskussion verworfen. Denn dann könnte ich den Umhang nur über einem Tournürenkleid nutzen.
Also musste eine Multifunktionslösung her.
rechteckiger Steampunk-Umhang mit reversibler Rüschung im Rücken | www.zeitungschaerfe.de
Das Band, das sicherstellt, dass der Umhang im Rücken anliegt, erfüllt nun zweierlei Zweck. Durch das Einknöpfen wird nämlich auch der Stoff im Rücken über dem Cul de Paris gerafft und fällt recht ordentlich.
Knopfleiste zum Rüschen des Umhangs im Rücken | www.zeitungschaerfe.de
Dass vorn jetzt kurz ist, ist aber nicht schlimm. Einerseits fällt der Umhang vorn jetzt schöner. Andererseits habe ich nun Stoff für eine Kapuze übrig.