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Natural Form goes Mermaid

Bei der Vorstellung der diesjährigen Ziele bei der Stoffdiät habe ich ja schon verraten, dass da ein neues Großprojekt in meinen Hirnwindungen heranreift, dessen Umsetzung ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe.

Neben der Tournüre gab es in der viktorianische Ära noch eine weitere Silhouette, die mehrere Jahre en mode war: die Natural Form oder im Deutschen Kürassmode. Da mich einige Modedrucke an Fischtailröcke erinnern, lag es nahe auf den Mermaid-Trend aufzuspringen und eine Fischveränderte aus der Ætherwelt von Anja Bagus zu kreieren.

Das Ensemble ist recht aufwendig und vielteilig. Außerdem birgt es einige neue Techniken für mich.

Das Kleid

Als Grundschnitt für den Rock verwende ich den Fantail Skirt with detachable Train von Truly Victorian (TV 225). Ich werde wohl die Raffung hinter den Beinen etwas versetzen um den Fishtail-Effekt zu verstärken. Außerdem wird der Fächer unterhalb der Knie mit einem plissierten, durchscheinenden Stoff verziert. An den Hüften wiederholt sich das Plisee in kleinen Flossen. Ich habe schon einen tollen Stoff, bin mi aber nicht sicher, ob dieser später in das endgültige Farbschema passen wird. Wo ich den Stoff plissieren lasse, weiß ich auch noch nicht.

Unter den Rock kommt ein passender Petticoat nach TV125. Diesen werde ich in dunkelblau nähen; eine möglichst neutrale Farbe um den Petticoat später auch für andere Röcke verwenden zu können.

Der Fisch

Das wirklich interessante an dem Konzept sind natürlich die fischigen Anteile. Dafür habe ich schon allerlei Anleitungen und Inspiration im Netz gesammelt.

Die Fischdame soll blaue oder grünliche Haut bekommen. Damit wird das mein erstes Projekt mit Bodypaint werden. Für den Schuppeneffekt gibt es ja diverse Anleitungen, die Netzstrumpfhosen als Schablone nutzen.

Um möglichst wenig Bodypaintfläche zu haben, nähe ich eine „Fischhaut“, also ein langärmeliges Oberteil in passender Farbe. Mit Stofffarbe werden Schatten und Akzente für ein realistisches Aussehen gesetzt. Außerdem lassen sich die Flossen an Armen und Rücken direkt in die „Fischhaut“ integrieren, wie das hier von Lithe-Fider gemacht wurde. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich wie Lara Wegenaer 4-Wege-Stretch nehme oder die Methode von Termina Cosplay mit Strumpfhosen. In jedem Fall werde ich die Handschuhe (natürlich mit Schwimmhaut) abnehmbar machen, um zwischendurch was essen oder die Hände waschen zu können. Der Übergang wird mit Armbändern kaschiert.

Auch die Perücke bekommt eine Flosse und wahrscheinlich noch diverses maritimes Gebamsel.

Für das Gesicht muss ich schauen, was ich an Prothesen fertig kriege. Geplant sind flossenartige Ohren, Kiemen und eine Abdeckung für die Nase. Die Reihenfolge entspricht etwa der Priorität bzw. Komplexität. Für eine vernünftige Nasenprothese bräuchte ich eigentlich einen Abguss von meinem Kopf aber ich fang erstmal klein an mit den Ohren. Dann kann ich auch neue Öhrchen für den Faun machen*.

Das ist ein ziemlich umfangreiches Projekt und ich komm grad nicht in die Pötte mal anzufangen. Hauptproblem ist da wohl, dass ich mich noch nicht so recht auf ein Farbschema festlegen konnte. Das ist dann die Aufgabe für den Februar.

*Je nach Außentemperatur sind tatsächlich die Ohren das zweit- bis drittnervigste am Faunkostüm (nach den Hufen und an warmen Tagen dem Fell). Meine Ohrmuscheln sind sehr unterschiedlich groß, so dass die Standardohren rechts zu groß sind und links zu klein. Dadurch wird links die Ohrmuschel zusammengedrückt und tut irgendwann weh.